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Internet & Kommunikation

Internet bei Stromausfall: eine Reserve für Ihre Praxis planen

In diesem Beitrag

Wenn eine Praxis auch bei einem längeren Stromausfall online bleiben möchte, müssen zwei Dinge zusammenpassen: ein nutzbarer Weg ins Internet und genügend Energie für die gesamte benötigte Technik. Satelliteninternet kann die Abhängigkeit von lokalen Leitungen und Mobilfunk reduzieren. Einen garantiert unterbrechungsfreien Praxisbetrieb stellt es allein nicht her.

Organisatorischer und technischer Leitfaden · Recherche: 22. Oktober 2026

Was soll im Notbetrieb noch funktionieren?

Beginnen Sie nicht mit einem Gerät, sondern mit einer kurzen Liste benötigter Funktionen: zum Beispiel Informationsabruf, abgesicherte Kommunikation und ein definierter Arbeitsplatz. Prüfen Sie gemeinsam mit der IT-Betreuung, welche Komponenten dahinterstehen: Satellitenterminal, Modem, Firewall, Switch, WLAN, Telefonie, Arbeitsplatz und gegebenenfalls lokaler Server, Konnektor oder Zugang zum TI-Gateway. Auch beim Gateway bleiben die lokalen Geräte und der externe Dienst notwendig.

Eine Internetverbindung ersetzt weder den Strom für diese Komponenten noch die Verfügbarkeit von Praxissoftware und zentralen Fachdiensten. Ein TI-Ausfall auf Anbieterseite lässt sich durch einen Wechsel des Internetanschlusses nicht beseitigen.

Festnetz, Mobilfunk oder Satellit: was hilft bei welcher Störung?

Zugangsweg Nutzen Grenze
DSL / Glasfaser / Kabel Bestehender Anschluss für den normalen Praxisbetrieb. Die Infrastruktur außerhalb der Praxis benötigt ebenfalls Energie und kann ausfallen.
LTE / 5G als Ersatzweg Kann bei einer lokalen Leitungsstörung oder einem begrenzten Stromausfall helfen. Empfang, Netzauslastung und Versorgung der Mobilfunkstationen bleiben Voraussetzungen.
Satelliteninternet Zusätzlicher Zugangsweg ohne lokale Telefonleitung oder nahe Mobilfunkstation. Freie Sicht zum Himmel, Strom, geeigneter Tarif und ein funktionierendes Anbieternetz bleiben erforderlich.

Eine SIM in einem anderen Mobilfunknetz kann gemeinsame Abhängigkeiten reduzieren. Sie ist jedoch kein Nachweis für eine mehrtägige Versorgung. Auch zwei Festnetzverträge bedeuten nicht automatisch zwei räumlich getrennte Leitungswege.

Wie eine Internetreserve für die Praxis aufgebaut sein kann

Schematische Darstellung: Satellitenantenne an einer Praxis, Verbindung zum Router und zur Firewall sowie eine zusätzliche Stromversorgung.
Eigene Prinzipdarstellung. Die tatsächliche Netz- und Stromplanung erfolgt für den jeweiligen Standort.
  1. Normalbetrieb: Der bewährte Hauptanschluss bleibt zunächst bestehen.
  2. Ersatzweg: Ein vorbereitetes Satellitenterminal stellt einen zweiten Internetzugang bereit. Mobilfunk kann ergänzend vorgesehen werden.
  3. Umschaltung: Ein geeigneter Router mit mehreren Internetanschlüssen überwacht die Verbindung und wechselt nach abgestimmten Regeln. Laufende VPN- oder Telefonsitzungen können dabei abbrechen und müssen sich neu verbinden.
  4. Netzschutz: Die Ersatzverbindung führt über die vorgesehene Praxis-Firewall und die bestehenden Sicherheitsmechanismen. Kein unkontrolliertes Ausweichen auf ein separates, ungeschütztes WLAN.
  5. Energie: Alle für den festgelegten Notbetrieb notwendigen Geräte werden in die Stromplanung aufgenommen.

Automatische Umschaltung ist eine Funktion der passend eingerichteten Netzwerktechnik, kein allein durch den Kauf eines Starlink-Kits zugesichertes Merkmal.

Ein längerer Stromausfall braucht einen Energieplan

Eine USV kann kurze Unterbrechungen überbrücken und je nach Auslegung ein geordnetes Herunterfahren ermöglichen. Für viele Stunden oder mehrere Tage braucht es deutlich mehr Energie oder eine sicher geplante Nachlademöglichkeit. Eine Powerstation ist dabei nicht automatisch eine USV: Umschaltzeit, Dauerbetrieb, Schutzfunktionen und Eignung für die angeschlossenen Geräte sind getrennt zu prüfen.

Starlink nennt für Standard 4 / 4 X durchschnittlich 75–100 W und für Mini im aktuellen Hilfeartikel 20–40 W. Das Mini-Datenblatt nennt 25–40 W. Das sind durchschnittliche Herstellerangaben für die jeweilige Starlink-Technik, keine garantierten Höchstwerte für die gesamte Praxis. Messen Sie die vollständige Last; Temperatur, Nutzung und Heizfunktionen können sie verändern.

Ein reines Rechenbeispiel mit 120 W Gesamtlast ergibt 0,96 kWh für acht Stunden, 2,88 kWh für 24 Stunden und 5,76 kWh für 48 Stunden an den Verbrauchern. Mit angenommenen 85 % nutzbarer Nennkapazität und 20 % zusätzlichem Aufschlag werden daraus rund 1,36, 4,07 und 8,13 kWh. Bei 72 Stunden sind es rund 12,20 kWh Nennkapazität. Ein kleines Akkupaket ist damit keine belastbare Lösung für mehrere Tage.

Wie viel Energie braucht Ihre Internetreserve?

Rechenhilfe mit angenommenen Werten. Erfasst werden nur die Geräte, deren Leistung Sie hier eintragen.

Annahmen anpassen
Rechnerischer Energiebedarf an den Geräten2,88 kWhNennkapazität mit den gewählten Annahmenca. 4,07 kWh

Formel: Leistung × Zeit ÷ nutzbarer Anteil × (1 + Aufschlag). Die 85 % und 20 % sind frei gewählte Rechenannahmen, keine zugesicherten Geräteeigenschaften. Lastspitzen, Temperatur, Alterung und Hersteller-Laufzeitdaten zusätzlich prüfen. Kein Nachweis einer sicheren Stromversorgung.

Prüfen Sie auch Ladezustand, Batteriealterung, Lagerung und Nachladung. Solarertrag ist wetter- und standortabhängig. Ein Generator erfordert ein fachlich geplantes Sicherheits-, Anschluss- und Betriebskonzept; Kraftstoffaggregate dürfen nicht in Innenräumen betrieben werden. Herstellerangaben und zuständige Fachbetriebe sind maßgeblich.

Starlink kann grundsätzlich als Hauptanschluss eingesetzt werden, sofern Standort, Tarif und Anwendungen passen. Für eine Praxis mit hohem Verfügbarkeitsbedarf ist ein einzelner Anbieter aber weiterhin ein gemeinsamer Ausfallpunkt. Einen stabilen Festnetzanschluss würde man deshalb erst nach einer dokumentierten Parallelprüfung und einer Entscheidung über die verbleibenden Risiken ersetzen.

Für regionale Ausfälle ist die Kombination aus vorhandenem Festnetz, vorbereitetem Satellitenzugang und abgestimmter Ersatzstromversorgung eine prüfenswerte Architektur. Bei reinen Alltagsstörungen kann Festnetz plus Mobilfunk und USV wirtschaftlicher sein. Welche Variante sinnvoll ist, hängt vom akzeptablen Ausfall und den tatsächlich benötigten Leistungen ab.

Kosten planen, ohne ein zu großes Paket zu kaufen

  • Einmalig: Terminal, Montage, Leitungsführung, geeigneter Router, Stromversorgung, Installation und Abnahmetest.
  • Laufend: Anschluss- und Datentarif, mögliche Zusatzdaten, Betreuung, Wartung und spätere Akkukosten.
  • Vor dem Angebot: Geschäftliche Nutzung, Standort, Hardware-/Tarifkombination, Umsatzsteuer, Mindestlaufzeit, Pause und Wiederaktivierung prüfen.

Günstige Privat- oder Reisetarife sind nicht automatisch für die Praxis geeignet. Bei einem auf Abruf aktivierten Anschluss muss gerade im Ereignisfall die Aktivierung gelingen. Ein pausierter oder gedrosselter Tarif darf nicht mit einem getesteten, sofort nutzbaren Ersatzanschluss gleichgesetzt werden. Prüfen Sie die aktuellen Bedingungen und Datenregeln vor Vertragsabschluss.

Vor der Freigabe: Umschaltung und Anwendungen testen

  • Montageort und freie Sicht mit den vorgesehenen Herstellerwerkzeugen prüfen; Kabel und Befestigung sicher planen.
  • Hauptanschluss kontrolliert trennen und Umschaltung sowie Rückkehr zum Normalbetrieb protokollieren.
  • PVS, VPN, Telefonie, KIM, eRezept, eAU und TI-Zugang mit den jeweiligen Betreuern prüfen; ein allgemeiner Webseitenaufruf genügt nicht.
  • Last und Laufzeit messen, Warnschwellen festlegen und ein kontrolliertes Betriebsende vorsehen.
  • Ansprechpartner, Ersatzverfahren, Prüftermine und den Offline-Ablauf dokumentieren. Keine sicherheitsrelevanten Verbindungen für den Test eigenmächtig abschalten.

Quellen und fachliche Einordnung

Redaktionelle Planungshilfe, kein Nachweis einer ausfallsicheren oder für eine konkrete Praxis freigegebenen Installation. Technische Einbindung und Stromversorgung müssen fachlich geprüft werden. Recherche: 22.10.2026; keine automatische Aktualisierung.

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